ARTIKEPNP vom 06.05.2006 von wegen langweilig: Die T-Shirts
Modisch in Schuluniform
Modellversuch: Erste Schule in Niederbayern mit einheitlicher Kleidung
Ortenburg (jh). Dass eine Schuluniform nicht langweilig grau und konservativ mit gestärkter Bluse sein muss, das machen die Mädchen der Columba- Neef-Realschule Neustift bei Ortenburg vor. Die Klosterschule ist in Sachen Schulkleidung ein Trend- setter in Niederbayern, in ganz Bayern gibt es bislang nur in der Realschule Haag (Lkr. Mühldorf) einheitliche Unterrichtskleidung.
Ob pink, hellblau, ärmellos oder V-Ausschnitt - für die Kollektion hat ein Team um Elisabeth Voggenreiter modische Modelle ausgesucht, bestickt mit dem blau-gelben Schullogo. Die 25 Schülerinnen der 8c haben sich zu dem halbjährigen Modellversuch bereit erklärt, der von der Uni Passau wissenschaftlich betreut und ausgewertet wird. Läuft es gut, werden auch die anderen Klassen mit dem Einheitslook
ausgestattet. Die Klassengemeinschaft und die Teamfähigkeit sollen gestärkt, der Markenzwang unterdrückt werden. „Die Mädchen sollen ein Gespür für angemessene Kleidung bekommen“, das ist Schulleiterin Schwester Vestina angesichts bauchfreier Tops auf dem Schulhof besonders wichtig. Ein weiterer Vorteil ist die Kostenersparnis: Eine Grundausstattung (fünf T-Shirts, Sweatshirt und Kapuzenjacke) kostet 80 Euro. Die Idee hatten Schülerinnen: Sie räumten 2004 mit ihrer Geschäftsidee „Cool@School“ beim Gründungsspiel ab. Die Mädchen sind begeistert: „Jetzt kennt uns gleich jeder.“ Nun wird für die Lehrer eine einheitliche Kleidung erarbeitet. Das Kultusministerium befürwortet den Versuch: „Die positiven Aspekte liegen auf der Hand.“
gibt’s in top-modischen Farben.
Auf der SAT1-Bayern Homepage
Schuluniformen in Niederbayern
Der Frühling ist da, die Temperaturen steigen, und die Textilien der Frauen und Mädchen werden immer knapper. Letztes Jahr gab´s da ja einige Diskussionen zum Thema: "Wie sexy darf meine Tochter zur Schule gehen". Eine Mädchenschule in Niederbayern will keine derartigen Diskussionen mehr und hat deshalb jetzt eine Art Schuluniform eingeführt.
Link zum Videobeitrag: http://www.bayern.1730sat1.de/cgi-bin/index.pl?id=61&detail=575
Nach den Osterferien machen die 25 Mädels der Klasse 8c an der Columba Neef-Realschule Neustift/ Ortenburg Ernst: Bis zum Schuljahresende wollen sie nur mehr Schulkleidung tragen. Ein in Niederbayern bislang einmaliges Pilot-Projekt, das deshalb unter Begleitung von Prof. Norbert Seibert, Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Uni Passau, stattfindet.
Voraussetzung für die Rektorin Schwester Vestina Kitzhofer, Konrektorin Beatrix Kröninger und die Projekt-Lehrerin Elisabeth Voggenreiter: Die Schülerinnen sollten freiwillig eine „Schuluniform” tragen wollen. „Verwundert hat uns, dass sich eine komplette 8. Klasse dazu bereit erklärt hat, wir hatten mit einer 5. Klasse gerechnet”, meint Konrektorin Kröninger gegenüber der PaWo. In der 8. Klasse entwickelten die jungen Frauen doch schon ein Modebewusstsein.
So kann der Schulkleidungstest ab dem 24. April los gehen. Die Schülerinnen haben dabei die Wahl aus sechs bis sieben Oberteilen – T-Shirts, Sweat-Shirts, Sweat-Shirt-Jacken mit Kapuze –, sehr sportlich und leger, in den Farben Blau, Orange und Grau.
„Seit Schuljahresbeginn haben wir nach geeigneten Stücken gesucht. Von der Trockner-Tauglichkeit über die Passform bis zu den Farben musste man vieles beachten. Das war schwieriger als gedacht”, resümiert Elisabeth Voggenreiter. Wie die Projekt-Lehrerin betont sei die Anschaffung der Schulkleidung nur möglich gewesen durch die finanzielle Unterstützung eines Haupt- sowie mehrerer anderer Sponsoren! Somit verbleibe für die Eltern ein Betrag um die 90 Euro, die für die verschiedenen Oberteile ausgegeben werden müsse.
Ob ab dem kommenden Schuljahr alle – momentan 375 – Realschülerinnen in Neustift Schulkleidung tragen werden, darüber soll der Test mit der 8c Aufschlüsse geben.
Für den PaWo-Foto-Termin durften die Mädels erstmals die neuen T-Shirts und Sweat-Shirts anprobieren. Offensichtlich sind die jungen Damen mit der Auswahl sehr zufrieden, denn die meisten wollten die Oberteile nach dem Presse-Foto gar nicht mehr ausziehen!
Friedrich Greiler
|
Schülerinnen testen |
|
Test an der Columba Neef-Realschule in Neustift mit schulpädagogischer Begleitung der Uni. |
Zeitungsberichte mit Links zu Videoaufzeichnungen
„Blauer Montag” – sonst tragen
die Mädchen einheitlich bunt!
Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können: Am Freitag präsentierten die 25 Mädchen der 8c an der Columba-Neef-Realschule (Neustift/ Ortenburg) mit einer Modenschau ihr Pilotprojekt „Schulkleidung”. Samstag verkündeten die Medienagenturen, dass sich auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) für Schulkleidung ausspricht. Und Montag wurde dasselbe von Bayerns Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber vermeldet.
Dabei war das Bayerische Kabinett schon informiert: Im Sommer 2005 hatte CSU-MdL Konrad Kobler damals noch Schul-Ministerin Monika Hohlmeier von dem Ansinnen der Columba-Neef-Realschule geschrieben. Zudem stellte Kobler den Kontakt zu einer Schule in Haag/ Oberbayern her, die bereits seit diesem Schuljahr „Schuluniformen” eingeführt hat (PaWo berichtete mehrfach). Der jetzige Schul-Minister Siegfried Schneider antwortete Kobler positiv: Er unterstütze das Anliegen. Generell sollte es aber den jeweiligen Schulen freigestellt werden, ob sie eine einheitliche Kleidung einführen wollen. Die Politik wolle und könne dies nicht vorschreiben.
Vor geladenen Gästen – darunter auch die politischen Unterstützer Konrad Kobler und stellvertretender Landrat Walter Taubeneder – stellten die Schülerinnen ihre Schulbekleidung vor. Mit Uniform hat der Satz von fünf T-Shirts, einem Sweatshirt und einer Kapuzenjacke aber wahrlich nichts zu tun, im Gegenteil: Es gibt sie in trendigen Farben, der Schnitt ist sportlich-leger! Den Schülerinnen ist selbst überlassen, welche Farbe sie in der Schule tragen. Ausnahme: der „blaue Montag”! Die Mädels der 8c haben beschlossen, montags immer einheitlich in Blau zu erscheinen.
Die sieben Oberteile kosten die – freiwillig – an dem Pilotprojekt teilnehmenden Schülerinnen 40 Euro, die Hälfte der Anschaffungskosten. Die andere Hälfte wurde über Spenden von Sponsoren finanziert, welche wären: Micro Epsilon, Dorfbach; Raiffeisenbank, das Busunternehmen Dobler, Holzhaus Sonnleitner und weitere.
Von der Qualität und Trockner-Tauglichkeit über die Passform bis zu den Farben – laut Projekt-Lehrerin Elisabeth Voggenreiter war es gar nicht so einfach, die „passenden” Oberteile für die Schülerinnen zu finden. Man habe es dann bei den Oberteilen belassen, denn „die obligatorische Jeans” stelle ja sowieso eine Art „Uniform” dar, meinte Konrektorin Beatrix Kröninger.
Bis zum Ende des Schuljahres tragen nun die Mädchen der 8c ihre Oberteile. Das in Niederbayern bislang einmalige Pilot-Projekt wird von Prof. Norbert Seibert, Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Uni Passau, wissenschaftlich begleitet.
Nach der Auswertung der Untersuchung und den Erfahrungswerten der Schülerinnen soll entschieden werden, ob alle (momentan) 375 Schülerinnen an der Columba-Neef-Realschule die Schulkleidung tragen werden. Bei den Neuanmeldungen werden zudem die Eltern befragt, ob sie mit Schulkleidung einverstanden wären. Medien-Umfragen zufolge sind viele Eltern dafür, um den „Markenzwang” unter Schülern zu verhindern. Der Deutsche Lehrerverband wie auch der Deutsche Philologenverband haben sich jedoch gegen verpflichtende Schuluniformen ausgesprochen.
Privat geführte Schulen aus Landshut und Straubing haben schon bei der Columba-Neef-Schule angefragt. Auch dort will man dem Trend der oft „grenzwertigen” Sommerbekleidung – ein anderes wiederkehrendes Thema – mit flotter Schulkleidung entgegenwirken.
Friedrich Greiler
|
Nach den Osterferien trägt |