Ausbildungsmesse an der Columba-Neef-Realschule mit 35 Betrieben und 350 Besuchern
Ein Rettungswagen vor der Schule in Ortenburg (Landkreis Passau) sorgt erstmal für Stirnrunzeln – doch Entwarnung: Hier wird nicht geholfen, sondern geworben. Das Rote Kreuz nutzt den Hingucker, um Nachwuchs-Retter zu begeistern. Gleich daneben zieht ein mächtiger Kranwagen der Firma Paul die Blicke auf sich. Abschleppen muss hier niemand – dafür darf am Minibagger ausprobiert werden, wie sich Baugewerbe anfühlt.
Auch im Gebäude geht’s am Donnerstagabend lebhaft weiter: Rund 230 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen sowie etwa 120 Eltern sind unterwegs zwischen 35 Betrieben. Die Ausbildungsmesse an der Columba-Neef-Realschule ist längst ein fester Termin im jährlichen Wechsel mit der Knabenrealschule Schweiklberg. Von großen Industriefirmen bis zu kleinen Handwerksbetrieben ist alles vertreten. Bekannte Namen aus der Region stehen neben lokalen Betrieben – die Botschaft: Karriere geht auch vor der Haustür.
Gefragt sind vor allem Gespräche. Viele Jugendliche wissen noch nicht genau, wohin die Reise geht. Umso wichtiger sind die direkten Kontakte. Praktika? „Kein Problem, komm vorbei“, heißt es an fast jedem Stand. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Klinikum und Radio-LOG konnten laut Hauptorganisator Alfred Kaiser nicht teilnehmen – Personalmangel. Gerade medizinische Berufe sind jedoch besonders bei Mädchen hoch im Kurs. Offensiv wirbt die Firma Berger Hoch- und Tiefbau: „Fünf Berufe in fünf Tagen“ lautet ihr Motto. Rund 100 Auszubildende und 19 Ausbildungsrichtungen sprechen für sich. Überhaupt zeigen sich viele Betriebe großzügig – nicht nur mit Infos, sondern auch mit kleinen Giveaways. Kugelschreiber, Zollstöcke und Taschen wechseln im Minutentakt den Besitzer.
Auch Zahlen spielen eine Rolle: Etwa 60 Prozent der Realschüler entscheiden sich direkt für eine Ausbildung, häufig bei größeren Unternehmen. Dort winken solide Bedingungen – bis zu 1500 Euro im dritten Lehrjahr, rund 30 Urlaubstage und zusätzliche Extras. In Klassenzimmern laufen in der ersten Stunde Präsentationen und Filme, während der Elternbeirat mit Kaffee und Kuchen für die nötige Energie sorgt. Schulleiterin Verena Ratzenböck spricht von einem wichtigen „Brückenschlag“ zwischen Schule und Berufswelt. Gekommen sind auch ihr Kollege Gerhard Pichler aus Vilshofen sowie die Bürgermeister Stefan Lang (Ortenburg) und Florian Gams (Vilshofen).
Am Ende bleibt ein klarer Eindruck: eine Messe mit Tempo, vielen Möglichkeiten und guter Laune.
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Text: Helmuth Rücker (PNP)

